2018/19 Kollektiv-Projekt mit Tina van de Weyer
Im Zuge einer überwältigenden Reizüberflutung scheint ein Rückzug und die Konzentration auf uns selbst ein willkommener Ausweg zu sein. Welcher Reiz vermag uns überhaupt (noch) zu berühren?Durch die Verlagerung der Perspektive auf den Betrachter verändern sich angestammte, gewohnte Rollen.
Das Projekt Catch-Shoot-Release untersucht die Wirkung von Licht und Klang in Bezug auf Nähe und Distanz. Wie fühlt sich ein Raum an, der sich einzig und allein aus Licht und Ton bildet und auf die Bewegungen seines Nutzers reagiert?
Das ausgelöste Blitzlichtgewitter begleitet von einem donnerndem Gewitter lässt uns unerwartet im Mittelpunkt stehen. Wir werden angestrahlt und zugleich zurückgeworfen auf uns selbst. Dass dabei keine Fotografie entsteht, verstärkt diesen Effekt. Es geht nicht darum Schnappschüsse zu generieren, sondern darum den Wert dieser Bilder zu hinterfragen. Besonders in der Diskussion um den Schutz des eigenen Bildes ist dies eine spannende Metaebene.
Verschieden angeordnete Lichteinheiten, bestehend aus Blitzlichtern und Dauerlichtern bilden eine Wand. Nähert sich der Betrachter dieser Installation, werden die Lichtkörper und der Ton aktiviert. Es entsteht eine Komposition aus Licht und Klang, die den Raum einnimmt und den Nutzer in eine wechselseitige Beziehung setzt. Licht und Klang werden zum kommunikativen Element; der Raum, der hier entsteht nähert sich einem Erlebnis, einer Entdeckung, und schließlich einer Erinnerung.
Der Fotoblitz, als erhellender und verlässlicher Bestandteil der Fotografie, bekommt seine eigene Autonomie. Sonst als devoter Partner der Kamera agierend, wird der Blitzkopf in der Installation “Catch-Shoot-Release” zum Akteur in einer Choreografie aus Lichtern und Blitzen, die die Betrachter in ihren Bann zieht.
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